Autor: jlu/rw/sj
Fehler beim Baumschnitt vermeiden. (Foto: Imago)
Schön gewachsene, üppige Bäume werten jeden Garten auf: Ein dichtes, Schatten spendendes Blattwerk und eine reiche Ernte bei Obstbäumen erfreuen den Gartenbesitzer. Doch damit die stolzen Gewächse dicht und gesund wachsen können, müssen sie regelmäßig zurückgeschnitten werden. Viele Hobbygärtner warten mit dem Rückschnitt aber zu lange oder schneiden zu wenig ab. Bei Obstbäumen drohen dann Einbußen bei der Ernte. Das sind die elf häufigsten Fehler beim Baumschnitt.
Gartenexperten und Hobbygärtner wissen: Wer schöne Bäume haben möchte, kommt um das regelmäßige Schneiden nicht herum. Denn dadurch gelangen genug Sauerstoff und Licht an die Pflanze. Dies beugt Pilzbefall vor und macht Äpfel, Birnen und Co. schmackhafter. Außerdem macht das Stutzen die Äste stabil und sorgt dafür, dass der Baum nicht unkontrolliert in die Höhe wächst. Das Problem: "Beim Schneiden entstehen Wunden. Jeder Fehler kann deshalb die positiven Effekte zunichte machen", erklärt Jörg Eggert, Gartenbautechniker bei der Baumschule Eggert in Vaale.
Einer der häufigsten Fehler beim Baumschnitt: Aus Angst, die Pflanze zu ruinieren, schneiden die meisten Hobbygärtner zu wenig ab. "Wer sich unsicher ist, sollte lieber zu viel abschneiden, dies schadet dem Gewächs in der Regel nicht", rät der Gartenexperte. Schlimmstenfalls gerate lediglich die Baumkrone außer Form, ergänzt Eggert. Schlimmer ist es, beim Stutzen zu vorsichtig zu sein. Denn dann hat der Baum keine Möglichkeit, schön zu wachsen und kräftige Zweige zu entwickeln. Als Schnittfaustregel gilt: Ein Drittel des Triebes kann abgeschnitten werden, bei Obstbäumen ist es sogar die Hälfte.
Viele verpassen zudem den richtigen Zeitpunkt. Generell gilt: Damit sich das Gewächs bis zum Austreiben erholen kann, erfolgt der Schnitt während der Ruhephase. Dies ist in der Regel in den Wintermonaten. "Bei Temperaturen von minus fünf Grad Celsius sollte man die Astschere aber im Schuppen lassen", rät Eggert. Der Grund: Bei Frost können Zweige abbrechen und den Baum schädigen. Bei stark austreibenden Sorten, die wenig Früchte tragen, wie Weiden, ist hingegen ein Sommerschnitt ratsam. Er verhindert, dass die Äste im Bauminneren zu dicht werden. Früh treibende Bäume, etwa Kugelahorn oder Robinie, schneidet man am besten im Herbst.
Damit der Baum eine schöne Form bekommt, ist es am besten, pyramidenartig zu schneiden. Der Gartenprofi erklärt, was das heißt: "Die unteren Zweige werden weniger stark zurückgeschnitten als die oberen, so dass die Triebe zur Krone hin leicht spitz zulaufen." Beim Schneiden junger Bäume werden ebenfalls Fehler gemacht. Viele vergessen etwa den so genannten Pflanzschnitt oder führen ihn zu spät aus. Wichtig ist, dass der junge Baum den Schnitt vor dem Einpflanzen erhält. Dabei wird so gestutzt, dass außer dem Leittrieb lediglich drei weitere Äste stehen bleiben.
Der Effekt: Die Wurzel kann jetzt das gesamte Gewächs mit Nährstoffen versorgen, außerdem formt dieser Schnitt die Baumkrone.
Quelle: zuhause.de, t-online.de
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