Autor: Karin Henjes
Die Badezimmer-Trends 2012 machen das Bad zum "Wohnzimmer". (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Trends und Moden kommen und gehen. Längst nicht jedem neuen Design-Experiment, das es auf die Titelseiten der Wohnzeitschriften schafft, muss man deshalb hinterher laufen. Doch es gibt auch Tendenzen, die sich über viele Jahre und Jahrzehnte weiter entwickeln, und die vermutlich nicht schon morgen wieder "out" sein werden. Die kontinuierliche Aufhebung der Grenzen im Wohnbereich ist so ein Beispiel. Verschmolzen zunächst nur Koch- und Essbereich miteinander, wurde schon bald das Wohnzimmer mit in den offenen Wohnraum integriert. Nun erleben wir die logische Fortentwicklung: Die deutschen Badezimmer werden zum "Wohnzimmer" – im wahrsten Sinne des Wortes.
"Das moderne Bad ist zum Erlebnisraum geworden", bestätigt Ursula Geismann, Designexpertin des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Und wie das Marktforschungunternehmen "Marketmedia 24" berichtet, spielen mehr als zehn Prozent der Deutschen mit dem Gedanken, sich in den kommenden zwei Jahren neue Badmöbel anzuschaffen.
Die Hersteller von Badezimmer-Einrichtung tun auf jeden Fall ihr Bestes, um die wachsende Nachfrage nach einem Bad, in dem es wohnlich und behaglich zugeht, auch zu bedienen. Moderne Wellness-Duschen können deshalb nicht nur Tropenregen versprühen, sondern sind in der Kabine auch noch farbig ausgeleuchtet. Die verschiedenen Farben wirken auf Körper und Seele des Menschen ein – rotes Licht für die erholsame, entspannende Abenddusche, blaue Beleuchtung, um morgens Lebensgeister zu wecken.
Aber natürlich machen die Badezimmer-Visionäre nicht bei Duschen Halt. Badewannen, die so sexy sind, wie ein roter Lack-Pumps, oder auch nostalgisch-gemütliche Holzmöbel und -verkleidungen gehören ebenfalls zur schönen, neuen Wohnlichkeit im Bad.
Frank Haubold, Direktor der Internationalen Möbelmesse (IMM) in Köln, treibt das Thema ebenfalls voran: "In unseren Augen ist das Badezimmer ein Wohnraum wie jeder andere, nur eben mit zusätzlichen Funktionen, welche die Lebensqualität noch erhöhen können." Was diese eher abstrakte Umschreibung in der Praxis bedeutet, zeigten Haubold und die übrigen Verantwortlichen der Kölnmesse im Januar auf der IMM im Rahmen der Sonderausstellung "Wohnen im Badezimmer". Die Highlights der Ausstellung präsentieren wir Ihnen in unserer Foto-Show.
Auch die Technologie-Zulieferer der Möbelbranche folgen dem Trend zu mehr Wohnlichkeit im Bad mit großer Begeisterung oder kooperieren gleich mit kompetenten Bad-Spezialisten. Armaturenhersteller Dornbracht beispielsweise hat sich mit Gira einen Spezialisten für Wohn- und Gebäude-Elektronik und mit Revox einen Sound- und HiFi-Experten ins Boot geholt, um gemeinsam "Connected Comfort" – ein multisensuelles Wellness-Duschsystem zu entwickeln.
Ikea ist ebenfalls nie weit, wenn es darum geht, aktuelle Einrichtungstrends mit einer eigenen Kollektion zu bedienen und so auch für kleinere Geldbeutel erschwinglich zu machen. Pünktlich zum Frühjahr stellt die schwedische Möbelkette deshalb wohnliche Badmöbel im Design ihrer Hemnes-Serie vor – "für Menschen, die Traditionelles lieben", wie die Schweden verlauten lassen. Da schließt sich dann wieder der Kreis. Denn angefangen hat die ganze Verschmelzung von Bad und übrigem Wohnraum schließlich einmal mit einem Waschtisch in Uromas Schlafzimmer.
Quelle: zuhause.de
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