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Backofen kaufen: Was ein guter Backofen heute können sollte

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Der Backofen von heute lässt nichts anbrennen

Ein Backofen bringt heute meist eine Vielzahl von Zusatzfunktionen und Automatikprogrammen mit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Backofen bringt heute meist eine Vielzahl von Zusatzfunktionen und Automatikprogrammen mit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Küche hat das Auto als liebstes Statussymbol der Deutschen abgelöst. Eine "tolle Küche" ist einer repräsentativen Umfrage zufolge mehr Menschen wichtig als es ein schönes Auto ist. Längst ist die Küche mehr, als nur der Ort, an dem das Essen zubereitet wird, und doch ist der Backofen bis heute das zentrale Küchengerät. Moderne Öfen erleichtern durch eine Vielzahl von Automatikprogrammen das Garen, Braten und Backen, haben eine Mikrowelle integriert oder reinigen sich selbstständig noch während man kocht. Mit diesen Funktionen warten moderne Backöfen auf. Tipps, wie Sie Herd und Backofen leichter reinigen, liefert Ihnen unsere Klickshow.

Das Auto mag sprichwörtlich noch immer "des Deutschen liebstes Kind" sein, tatsächlich jedoch scheint die Küche ihm so langsam den Rang abzulaufen. Mehr als der Hälfte aller Befragten gab in einer repräsentativen Umfrage des Zukunftsinstituts im Auftrag von Siemens-Electrogeräte an, dass ihnen eine "tolle Küche" wichtig ist (57 Prozent). Nur 29 Prozent sagten dies in derselben Umfrage über das Auto.

Hersteller rüsten den Backofen auf

Kein Wunder also, dass bei der Kücheneinrichtung nicht an modernster Technik gespart wird. Besonders der Backofen bekommt immer mehr Funktionen und wird immer intelligenter. Schließlich ist das Kochen laut der "Arbeitsgemeinschaft Die moderne Küche" (AMK) die beliebteste Hausarbeit überhaupt. "66 Prozent aller Deutschen macht das Kochen Spaß", teilt die AMK mit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Technik immer ausgereifter wird und den Hobbykoch mit einer Vielzahl von Funktionen beim Zubereiten leckerer Speisen unterstützt. Ober- und Unterhitze, Heißluft- und Grill-Funktion gehören schon seit längerer Zeit zum Standard. Aber wie aktuelle Modelle beweisen, geht noch viel mehr.

Eine Pizzastufe, mit der von unten besonders stark geheizt wird, ist beispielsweise eine häufige Beheizungsart bei neuen Backöfen. Auch eine Mikrowelle kann integriert sein. Der Einbauherd "HE78BD.71" von Siemens hat etwa eine "Intensivhitze" zu bieten. Sie ist für Gerichte mit knusprigem Boden gut. Die Hitze kommt besonders stark von unten. Die "Twin Cooking"-Funktion in Samsungs Einbaubackofen "NV70F7786ES" ermöglicht es, zwei verschiedene Gerichte zeitgleich im Ofen zuzubereiten, etwa ein Brathähnchen und einen Cupcake.

Integrierte Dampfgarer im Backofen bereiten Speisen schmackhafter und schonender zu

Um schonend zu garen, finden in modernen Backöfen zunehmend auch Dampfgarer Verwendung. Dampf in Kombination mit Heißluft führt zu besonders schmackhaften Ergebnissen. Der Braten bleibt zart und saftig – dafür dauert die Zubereitung aber länger. "Energiesparen ist mit dieser Zusatzausstattung nicht möglich, es geht um Gesundheit und Genuss", erläutert Claudia Oberascher von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA). Mit den Öfen lässt sich sogar der Grad der Dampfzugabe je nach Gericht regulieren.

Gerätehersteller Neff beispielsweise bewirbt seine Dampfunterstützung "VarioSteam" als "Feuchtigkeitsmanagement-System". "Dahinter steht das Wissen, dass unterschiedliche Lebensmittel – etwa Kartoffeln, Fleisch, Teige oder Blattgemüse – einen unterschiedlich hohen Wassergehalt haben und sich deshalb beim Garen auch verschieden verhalten", erklärt der Hersteller. Je nach Gericht werde dann eben mehr oder weniger Feuchtigkeit ins Ofeninnere geleitet um das perfekt Garergebnis zu erzielen.

Damit will Neff keineswegs nur die besonders ambitionierten Hobbyköche ansprechen. Das Dampfgar-System soll gerade auch im ganz normalen Alltag beim Kochen und Backen unterstützen. "Gerichte vom Vortag wie die übrig gebliebene Pizza bekommen im Dampf eine regelrechte Frischekur verpasst – optisch wie geschmacklich", verspricht der Herrsteller.

Automatikfunktionen am Backofen lassen nichts anbrennen

Bei allen Herstellern lässt sich mit Hilfe zahlreicher Automatikprogramme zudem der Kochaufwand erheblich reduzieren. Allerdings hat solcher Komfort dann auch seinen Preis: "Backöfen mit Programmautomatik kosten etwa 300 bis 400 Euro mehr", schätzt Anette Kreiselmeyer, stellvertretende Leiterin des Bereichs Haushaltstechnik am Agrarbildungszentrum des Bezirks Oberbayern.

Die Funktionsweise der Automatikschaltungen ist einfach: Hersteller nutzen die Erfahrungen aus ihren Versuchsküchen und machen sie dem Endverbraucher in fertigen Programmierungen zugänglich. Der Hobbykoch bestimmt nur das Grundprogramm und je nach Gerät muss er noch Angaben wie das Gewicht des Gargutes ergänzen. "Den Rest erledigt der Backofen alleine", erläutert Oberascher. "Mit Hilfe von hinterlegten Einstellungen bestimmt er die Beheizungsart, Garzeit und Temperatur."

Die Liste der Möglichkeiten mit solchen Programmen ist lang. Ein Beispiel: Miele liefert beim "H 6860 BP" ein Bratthermometer mit, das die Kerntemperatur von Fleisch erfasst. Der Temperaturfühler ist mit einer elektronischen Regelung im Ofen verbunden und wird in das Fleischstück gesteckt. Sobald der vom Benutzer programmierte Wert erreicht ist, schaltet die Beheizung automatisch ab. Anbrennen oder zu stark durchbraten kann das Fleisch so nicht mehr.

Einfache Bedienung des Backofens trotz vieler Zusatzfunktionen

Lieblingsrezepte oder auch oft genutzte Einstellungskombinationen können abgespeichert und durch einen einfachen Knopfdruck wieder aufgerufen werden. Sogar genaue Anweisungen gibt der Ofen: So zeigt ein Display beispielsweise an, auf welche Ebene das Kochgeschirr kommt. Sorgen machen, dass man mit all den neuen Funktionen überfordert ist, braucht sich der Endanwender übrigens nicht. "Schön an den neuesten Entwicklungen ist, dass sie fast selbsterklärend bedienbar sind", schwärmt AMK-Geschäftsführer Kirk Mangels. "In dem Maße, wie Apparate technologisch komplexer werden, vereinfacht sich heute ihre Bedienung."

Backofen mit Selbstreinigungsfunktion: Drei Technologien auf dem Markt

So beliebt das Kochen selbst bei den Deutschen auch ist, so ungern werden die bislang meist unerlässlichen Reinigungsarbeiten erledigt. Moderne Backöfen kommen deshalb fast immer mit einer Selbstreinigungsfunktion daher. In einem Einbaubackofen-Test* aus dem September 2012 hat die Stiftung Warentest unter anderem auch die bis heute gängigen drei Selbstreinigungstechnologien Pyrolyse, Katalyse und Hydrolyse auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.

Pyrolyse ist effektiv, verbraucht aber viel Strom

Sehr effektiv ist demnach die Pyrolyse. "Das heißt nichts anderes, als dass der Ofen auf über 500 Grad erhitzt wird, so dass Reste zu Asche zerfallen und einfach herausgekehrt oder gewischt werden können", erklärt Werner Scholz, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektro-Haushalt-Großgeräte.

Die Prüfer der Stiftung Warentest hatten Bratensaft, Teig und Marmelade bei 200 Grad 90 Minuten lang einbrennen lassen. Das Ergebnis überzeugte die Tester zwar, die Pyrolyse sei sehr effektiv, allerdings verursache diese Art der Selbstreinigung auch sehr hohe Kosten. 4,5 bis 5 Kilowattstunden (kWh) waren es bei den getesteten Backöfen. Das entspricht bei einem Strompreis von 25 Cent pro kWh Energiekosten von 1,13 Euro bis 1,25 Euro pro Reinigungsvorgang.

So funktioniert die Selbstreinigung mit Katalyse

"Bei der Katalyse haben Seitenwände, Decke und Rückwand eine besonders glatte Beschichtung, die Fettpartikel aufsaugt", erklärt die AMK. Seine selbstreinigende Wirkung erhält die Emaille- oder Keramikbeschichtung durch die Zugabe bestimmter Metalloxide, die als Katalysatoren wirken und Fettpartikel in Wasser und Kohlendioxid zerfallen lassen. "Das passiert während des Bratens und Backens bei Temperaturen über 200 Grad", so die Stiftung Warentest.

Dass die selbstreinigende Wirkung automatisch während des Garprozesses eintritt, ist der große Vorteil der Katalyse. Hinterher müssten nur noch Tür und Boden abgewischt werden, so die AMK. "Zucker- und säurehaltige Verschmutzungen gehen aber nicht so gut ab", weisen die Prüfer der Stiftung Warentest allerdings auf eine Schwäche katalytischer Selbstreinigung hin. Außerdem nutze sich die Beschichtung mit der Zeit ab, weshalb Verbraucher schon beim Kauf darauf achten sollten, dass sich alle beschichteten Einzelteile bei Bedarf austauschen lassen. Auf scharfe und scheuernde Reiniger solle man am besten verzichten, um die poröse Beschichtung nicht zu beschädigen.

Selbstreinigung mit Hydrolyse von Stiftung Warentest entzaubert

"Die schnelle und energiesparende Reinigungshilfe Hydrolyse setzt auf die Wirkkraft von Wasser und Hitze", erwähnt die AMK eine weitere Selbstreinigungs-Technologie. "Dazu werden knapp ein halber Liter Wasser und ein Tropfen Spülmittel auf die Bodenwanne des Backofens gegeben und das Selbstreinigungsprogramm aktiviert." Hinterher könne man den Innenraum einfach auswischen und der Ofen sei sauber.

Die Stiftung Warentest allerdings bescheinigt dieser Technologie nur wenig Wirkung. Die hydrolytisch wirkenden Reinigungshilfen bei den getesteten Öfen zumindest "bringen kaum Vorteile", so das ernüchternde Urteil. Außerdem wiesen die Prüfer darauf hin, in jedem Ofen könne man Wasser und etwas Spüllauge bei geringer Hitze verdampfen lassen, um denselben Effekt zu erzielen. Ein extra Selbstreinigungsprogramm brauche es dafür nicht. Dieses sei dann eher als Werbebotschaft zu sehen, so die Tester.

"Tatsächlich funktioniert das hydrolytische Reinigungsverfahren generell in jedem Backofen", bestätigt AMK-Geschäftsführer Kirk Mangels auf Nachfrage von zuhause.de. "Ich würde Ihnen das aber nicht bei jedem alten Ofen empfehlen." Eigentlich seien Backöfen nicht dafür konzipiert, größere Mengen Wasser in der Bodenwanne zu verdampfen. Bei Backöfen mit hydrolytischem Reinigungsprogramm könne man sicher sein, dass der Ofen bei der Reinigung keinen Schaden nimmt, verteidigt Mangels die betreffenden Produkte.

Einbaubackofen ist nicht dasselbe wie ein Einbauherd

Bei der Auswahl des neuen Ofens müssen Verbraucher außerdem beachten, dass anders als früher der Backofen in modernen Küchen oft nicht mehr unter der Arbeitsplatte, sondern ungefähr in Griffhöhe in einem Hochschrank platziert wird. Soll ein neuer Einbaubackofen an selber Stelle wie der alte E-Herd unter der Arbeitsplatte platziert werden, braucht man darüber eine sogenanntes autarkes Kochfeld mit eigenen Bedienelementen.

"Damit die Anschlüsse von Herd und Kochfeld zusammenpassen, muss beides in der Regel vom gleichen Anbieter stammen", empfiehlt die Stiftung Warentest. Wer traditionell Kochfeld und Ofen in einem einzigen Gerät vereint nutzen möchte, muss sich nach einem Einbauherd umsehen. "Bei ihm sind die Schalter für die Kochstellen integriert."

*Den ausführlichen Einbaubackofen-Test können Sie kostenpflichtig auf den Webseiten der Stiftung Warentest hier herunterladen.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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